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Musa

AWAKEN YOUR MUSA – ich bin auf dem Weg!

By 1. Oktober 2025Oktober 12th, 2025No Comments

Darf ich vorstellen? Das ist «Musa». Diese Steinfigur habe ich im Block 3-dimensionales Gestalten aus Rorschacher Sandstein gemeisselt. Seit Mitte August besuche ich den Zweijahres-Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Bern (2JVK) – berufsbegleitend. Das bedeutet: rund 11 Stunden pro Woche tauche ich in kreative Arbeit ein. Ein wahres Schlaraffenland für meine Seele. Da ist mir Musa begegnet.

Vielleicht beginne ich besser ganz von vorne: Für den 2JVK habe ich mich beworben, weil ich seit der Gründung meines Labels Prêt Pour Moi gespürt habe, dass in mir viele Ideen stecken, die herauswollen. Doch mir fehlte lange der Zugang, um dieses Potenzial wirklich auszudrücken. In den Jahren 2022/2023 habe ich mich im CAS Creationship an der ZHdK – im Projekt Cima di Rapa – mit verschiedenen Kreativitätstechniken der Frage genähert, ob ich eigentlich zeichnen kann. Das Resultat kannst du gerne hier nachlesen.

Im 2JVK gehe ich nun einen Schritt weiter: Es geht für mich weniger um Kreativität als abstraktes Konzept, sondern vielmehr um das Kennenlernen von Materialien, das Erlernen von Techniken – und vor allem um Ausprobieren, Spielen, Experimentieren und, was zum kreativen Arbeiten immer dazugehört: das Zulassen des Scheiterns.

Tatsächlich bin ich gleich sehr früh gescheitert. Wir mussten im Block 3D-Gestalten einen einfachen Knoten aus einem Ytong-Block (ein Markenname für Porenbetonsteine, ein leichter, weisser und massiver Baustoff, der aus den Rohstoffen Kalk, Sand, Zement und Wasser besteht) hauen. Mein Knoten war leider nicht so einfach. Damit habe ich mich mir das Leben gleich sehr schwer gemacht und fand mich bestätigt, dass ich wohl kein Talent im Steinhauen habe. Mein Objekt Knoten landete in der Deponie. Das Handwerk Steinbildhauen jedoch hat mich schon fasziniert.

 

Ich habe nicht aufgegeben. Wir Lernenden durften uns überlegen, an was wir die nächsten zwei Nachmittage (10h) frei arbeiten wollten. Neben Stein lernten wir noch weitere Materialen kennen wie Ton, Gips, Silikone, Wachs. Aber nein, mir hat Stein am besten gefallen. Es musste jedoch ein echter Naturstein sein. Es wurde ein Rorschacher Sandstein (dieser sei weniger homogen als Berner Sandstein, was auch immer das beim Steinhauen bedeutet). Dieser Stein aus dem Osten der Schweiz passt doch gut zu einer St. Gallerin wie mir.

Bevor ich den Stein gesehen habe, musste ich mir nun Gedanken machen, was meine Modell-Idee war. Nach einer kurzen Recherche im Netz, kamen mir die ägyptischen Würfelfiguren aus dem Neuen Museum in Berlin, aus dem letzten Städtebesuch diesen Sommer, in den Sinn. Das war nur die Inspirationsquelle. Ich wollte meine eigene Würfelfigur ‚machen‘. Beim Zeichnen habe ich bemerkt, dass diese Sitzposition tatsächlich mein liebstes Sitzen ist – angezogene Beine und Arme rundherum. Dies gibt mir irgendwie ein Gefühl von Schutz, Geborgenheit und Wärme. Alea iacta est – die Würfelfigur ist gefallen – so wurde Musa geboren.

Warum der Name Musa? In der Mythologie bedeutet Musa Göttinnen der Künste. Musa ist die Mehrzahl von Muse. Es steckt somit nicht nur eine Göttin in meiner Musa, sondern ganz viele. Mehr kann ich dir noch nicht verraten, was alles noch daraus entstehen wird, denn ich weiss es auch nicht. Was ich weiss ist, dass Musa mich in meinem Kreativprozess begleiten wird. Und diesen teile ich gerne mit dir. Musa-Ehrenwort. Stay tuned!

PS Musa steht im Moment auf unserer Terrasse im Chalet Blüemlisalp. Sie ist noch nicht ganz fertig und alles andere als perfekt. Das wird sie wohl so schnell auch nicht sein, fertig und perfekt, meine ich. Musa ist ein Work in Progress – and process is queen ;)!

ES IST WAHRSCHEINLICHER, DASS EIN WERK IN SEINER WAHRHAFTIGEN FORM ENTSTEHT, WENN WIR UNS AUF KEIN ERGEBNIS FIXIEREN, SONDERN UNS AUF DIE VORSTELLUNG EINLASSEN, DASS WIR EINFACH ETWAS ERSCHAFFEN UND MIT ANDEREN TEILEN WOLLEN.

[Rick Rubin. kreativ. Die Kunst zu sein]